415 Millionen Kinder wachsen in Konfliktgebieten auf

Flüchtlingskinder
© Dar Yasin (dpa)

Bericht «Krieg gegen Kinder»

Berlin (dpa) - Für Kinder und Jugendliche werden kriegerische Auseinandersetzung nach Einschätzung der Hilfsorganisation Save the Children immer gefährlicher.

Inzwischen lebten weltweit etwa 415 Millionen Mädchen und Jungen in einem Konfliktgebiet, teilte die Kinderrechtsorganisation zur Veröffentlichung ihres Berichts «Krieg gegen Kinder» mit, der zur bevorstehenden Münchner Sicherheitskonferenz vorgelegt wurde.

Rund 149 Millionen Kinder wüchsen unter gefährlichsten Lebensumständen auf. Die Zahl der schweren Kinderrechtsverletzungen sei gestiegen, heißt es in dem Bericht, der sich auf Zahlen aus dem Jahr 2018 stützt. Jedes sechste Kind wachse in einem Konfliktgebiet auf.

«Seit 2005 wurden 95.000 Kinder verstümmelt oder getötet, Zehntausende wurden entführt. Kinder in Konflikten werden sexuell missbraucht oder zwangsrekrutiert, humanitäre Hilfe wird ihnen systematisch verweigert», erklärte Susanna Krüger, Vorstandsvorsitzende von Save the Children. «Es ist erschütternd, dass die Welt zuschaut, während Kinder ungestraft zur Zielscheibe werden.» Immer öfter würden Schulen und Krankenhäuser angegriffen. Millionen Kinder hätten keinen Zugang zu Bildung oder Gesundheitsdienstleistungen.

Allein 2018 wurden den Angaben zufolge mindestens 12.125 Kinder durch konfliktbedingte Gewalt getötet oder verletzt, das entspreche einem Anstieg von 13 Prozent. Dabei seien Jungen weitaus häufiger durch direkte Kriegsführung getötet worden als Mädchen. Mädchen wurden laut dem Bericht weitaus häufiger vergewaltigt, zur Kinderheirat gezwungen oder anderen Formen sexuellen Missbrauchs ausgesetzt: 87 Prozent aller nachgewiesenen Fälle von sexueller Gewalt betrafen demnach Mädchen.

Die Zahl der gemeldeten Angriffe auf Schulen und Krankenhäuser stieg um 32 Prozent auf 1892 an. Die zehn gefährlichsten Länder für Kinder waren im Jahr 2018: Afghanistan, Demokratische Republik Kongo, Irak, Jemen, Mali, Nigeria, Somalia, Südsudan, Syrien und die Zentralafrikanische Republik.

Kind im Kriegsgebiet
Ein kleiner Junge geht im afhanischen Khost nach einem Selbstmordanschlag an Autowracks vorbei. Foto: Nishanuddin Khan/AP/dpa/Archiv© Nishanuddin Khan (dpa)
Ein kleiner Junge geht im afhanischen Khost nach einem Selbstmordanschlag an Autowracks vorbei. Foto: Nishanuddin Khan/AP/dpa/Archiv
© Nishanuddin Khan (dpa)
Verwundete Kinder
Verwundete syrische Kinder werden nach einem Luftangriff in Idlib behandelt. Foto: Anas Alkharboutli/dpa© Anas Alkharboutli (dpa)
Verwundete syrische Kinder werden nach einem Luftangriff in Idlib behandelt. Foto: Anas Alkharboutli/dpa
© Anas Alkharboutli (dpa)
Notunterkunft in Idlib
Kinder in einer Notunterkunft im syrischen Idlib: Ihre Familien waren vor den andauernden Militäreinsätzen geflüchtet. Foto: Anas Alkharboutli/dpa© Anas Alkharboutli (dpa)
Kinder in einer Notunterkunft im syrischen Idlib: Ihre Familien waren vor den andauernden Militäreinsätzen geflüchtet. Foto: Anas Alkharboutli/dpa
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Barfuß zur Schule
Ein jemenitisches Flüchtlingskind geht in einem Lager am Rande von Sanaa barfuß zur Schule. Foto: Mohammed Mohammed/XinHua/dpa© Mohammed Mohammed (dpa)
Ein jemenitisches Flüchtlingskind geht in einem Lager am Rande von Sanaa barfuß zur Schule. Foto: Mohammed Mohammed/XinHua/dpa
© Mohammed Mohammed (dpa)
Kinder in Kongo
Ein zehn Jahre alter Kämpfer der so genannten Union Kongolesischer Patrioten (UPC) beim Schießtraining. Foto: Maurizio Gambarini/dpa/Archiv© Maurizio Gambarini (dpa)
Ein zehn Jahre alter Kämpfer der so genannten Union Kongolesischer Patrioten (UPC) beim Schießtraining. Foto: Maurizio Gambarini/dpa/Archiv
© Maurizio Gambarini (dpa)

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