Große Corona-Studie in den Kitas: Ergebnisse erfreulich

Wie ist die Verbreitung des Corona-Virus in den Kitas? So richtig weiß das bisher niemand. Deshalb hat das Land NRW eine große Studien in Auftrag gegeben. Nun sind Resultate da.

Die Kitas sind in NRW Anfang Juni wieder für alle Kinder geöffnet worden - in einem eingeschränkten Regelbetrieb. Das bedeutet: Jedes Kind durfte maximal 35 statt 45 Stunden pro Woche in die Kita. Und das obwohl niemand so richtig weiß, ob und wie Kinder das Corona-Virus übertragen. Fast zeitgleich mit der Kita-Öffnung startete im Stadtgebiet von Düsseldorf exemplarisch eine groß angelegte Studie im Auftrag des NRW-Familienministeriums.

35.000 Corona-Tests - nur eine Infektion

3955 Kita-Kinder und 1255 Beschäftigte sind vier Wochen lang auf eine Infektion mit Corona getestet worden. Zweimal wöchentlich wurden den Kindern und Erwachsenen Speichelproben entnommen. Bei fast 35.000 Corona-Tests konnten die Studienleiter nur eine einzige Infektion bei einem Kind nachweisen. Dies habe zur Folge gehabt, dass sich zwei Mitarbeiter und sieben weitere Kinder - die nicht an der Studie teilnahmen - neu infizierten.

Jörg Timm Universitätsklinik Düsseldorf
Der zuständige Studienleiter, Professor Jörg Timm, von der Uniklinik Düsseldorf.©
Der zuständige Studienleiter, Professor Jörg Timm, von der Uniklinik Düsseldorf.
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„Die Auswertung zeigt, dass im Studienzeitraum die Häufigkeit von Neuinfektionen in Düsseldorfer Kitas auf dem gleichen Niveau wie für die Stadt Düsseldorf insgesamt lag."

Studienleiter Professor Jörg Timm von der Uniklinik Düsseldorf zeigt sich zufrieden mit den Ergebnissen. Nach der Öffnung der Kitas im eingeschränkten Regelbetrieb ist das Infektionsgeschehen nach diesen Erkenntnissen nicht überproportional angestiegen“, sagt Timm. „Hier zeigt sich kein Unterschied zur Häufigkeit von Infektionen außerhalb von Kitas.“

Auch das Familienministerium zeigt sich erfreut. "Die bisherigen Studienergebnisse geben keinen Anlass davon auszugehen, dass von Kita-Kindern ein erhöhtes Infektionsrisiko ausgeht oder im Umfeld Infektionsketten ausgelöst werden“, erklärt Familienminister Joachim Stamp. Die Ergebnisse werden für zukünftige Überlegungen, zum Beispiel für den Übergang auf normalen Regelbetrieb, mit einfließen.


Autor: Joachim Schultheis

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