Stadtwerke: Verdoppelung der Gas- und Stromtarife bleibt

Energiekrise
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Energie

Berlin (dpa) - Deutschlands Stadtwerke erwarten anhaltend hohe Gas- und Stromtarife für Endkunden und eine Verdopplung des Niveaus vor der Energiekrise. Angesichts gesunkener Großhandelspreise «wollen natürlich auch die Stadtwerke die Tarife senken, und machen das, sobald Spielraum da ist», sagte Ingbert Liebing, Hauptgeschäftsführer des Verbandes der kommunalen Unternehmen (VKU), der «Neuen Osnabrücker Zeitung».

Er warne aber vor falschen Hoffnungen: «Es wird nach unserer Einschätzung absehbar auf eine Verdoppelung der Gas- und Stromtarife hinauslaufen.» Einen Zeitraum dazu nannte er nicht. Die Krise sei nicht mehr ganz so dramatisch, aber nicht vorüber.

Den Vorwurf von Verbraucherschützern, Stadtwerke verlangten «Mondpreise», wies Liebing zurück. «Die aktuellen Spotmarkt- und Terminpreise sind noch nicht so günstig, dass sich das bereits nachhaltig preissenkend auswirkt. Dafür müssten sie noch weiter und vor allem dauerhaft sinken», sagte er.

Verband: Großhandelspreise fast viermal so hoch wie vor Krise

Auch der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) nannte die aktuell gesunkenen Preise im Gas-Großhandel ein gutes Zeichen, dies sei jedoch noch kein Grund zur Entwarnung. Zuletzt seien die Preise im Gas-Großhandel gefallen, seit einigen Wochen lägen sie am Terminmarkt bei rund 70 Euro je Megawattstunde (MWh).

Dies entspreche zwar etwa dem Niveau, auf dem sich die Preise kurz vor Beginn des Angriffskrieges in der Ukraine bewegten. Allerdings seien die Großhandelspreise damit immer noch fast viermal so hoch wie vor den Krisenjahren. Im Mittel der Jahre 2015 bis 2019 habe der durchschnittliche Gaspreis im Großhandel bei rund 18,50 Euro je MWh betragen. Zudem bleibe die Preisentwicklung im Gasgroßhandel volatil. Niemand wisse, wie sich Preise in den kommenden Monaten entwickelten.

Dank langfristiger Beschaffungsstrategien, die die meisten Energieversorger verfolgten, wirkten sich die drastisch gestiegenen Börsengaspreise nicht eins zu eins und nicht unmittelbar auf die Endkundenpreise aus, hieß es beim BDEW weiter. Ein großer Teil der Energie, die im vergangenen Jahr an die Endkunden geliefert worden sei, sei noch vor der Krise zu günstigeren Preisen gekauft worden. Der nun temporär gesunkene Einkaufspreis werde sich erst später auf die Endkundenpreise auswirken, sagte Kerstin Andreae, Vorsitzende der BDEW-Hauptgeschäftsführung.

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