Kommunalwahl 2025 - Marc Hoff, FDP

Sechs Kandidaten stellen sich der Wahl zum Oberbürgermeister. Hier könnt ihr den Kandidaten der FDP kennenlernen.

Oberbürgermeisterkandidat Marc Hoff vor einem grauen Hintergrund
© Gerd Wallhorn / FUNKE Foto Services

1. Stadtentwicklung & Wohnen

Ich befürworte die Ausweisung neuer Wohn- und Gewerbeflächen. Das Gebiet um die alte Zeche Sterkrade kann bei der Schaffung von solchen Flächen ein sehr gutes Beispiel sein, bei dem es ein ausgewogenes Verhältnis von Bebauungs- und Grünflächen gibt. Unsere Stadt hat nach der von der Verwaltung in Auftrag gegebenen Studie um das Themenjahr Wohnen keinen erhöhten Bedarf an sozialem Wohnraum. Es fehlt eher qualitativ hochwertiger Wohnraum, der Menschen von unserer Stadt überzeugen kann. Wir müssen Unternehmen nach Oberhausen bringen und so Arbeitsplätze schaffen.

Für mich ist ein besonderer Schwerpunkt auch die Innenstadtentwicklung in den Stadtteil-Zentren. Zentren müssen in der heutigen Zeit auch zur Attraktivierung als Veranstaltungsflächen zur Verfügung stehen können. Dazu ist es wichtig, dass notwendige Infrastrukturmaßnahmen flexibel geplant werden, nicht wie am Kleinen Markt in Sterkrade, wo neu gebaute Aufbauten z.B. zur Kirmes nicht entfernt werden können. Schauen wir nach Alt-Oberhausen: Wie soll der Altmarkt attraktiver werden, wenn die Caféfläche im neuen Jobcenter noch nicht einmal versucht wurde, zu vermieten? – Nach vier Jahren…

2. Klima & Mobilität

Klimafreundliche Maßnahmen müssen sich an ihrem Effekt messen. Während ich sehr begrüße, dass bei Neubaumaßnahmen auch Grünflächen, Photovoltaik-Anlagen oder Fassadenbegrünung mitbedacht werden, müssen sich solche Maßnahmen aber auch in die Lebenswirklichkeit Oberhausens einfügen. Den Öffentlichen Nahverkehr, zu dem auch die Taxen gehören, zu schwächen, um einen „Mikro-Park“ vor dem Bahnhof am Ort des jetzigen Taxistands zu bauen, halte ich für groben Unfug. So werden bei den neuesten Planungen um die Umgestaltung des Bahnhofsumfelds solche Dinge in Erwägung gezogen, wobei der heute schon viel zu enge Reisebus-Parkplatz hinter dem Bahnhof nicht optimiert wird. Das ist weder dem Klima noch der Mobilität zuträglich.

Ich möchte eine Verkehrspolitik für alle, die nicht ein Verkehrsmittel gegen das andere ausspielt.

Die Investition von mehreren tausend Euro in ungenutzte Fahrradständer in Autoform am Altmarkt ist ein Beispiel dafür, wie gut gemeinte Maßnahmen ihr Ziel verfehlen können. In der Innenstadt herrscht ein Parkplatz- und kein Fahrradparkplatz Mangel, davon kann der Einzelhandel vor Ort ein Lied singen.

Viel sinnvoller wäre es gewesen, das Geld für den dringend notwendigen barrierefreien Ausbau der Haltestelle vor der Werkstatt der Lebenshilfe zu nutzen. Das wäre eine konkrete Verbesserung der Teilhabe und Mobilität für Menschen mit Einschränkungen gewesen.

Ich stehe für eine Verkehrspolitik, die nicht erzieht, sondern ermöglicht. Eine Politik, die sich an den tatsächlichen Bedürfnissen der Oberhausenerinnen und Oberhausener orientiert, statt an ideologischen Leitlinien. Genau diese Leitlinien standen aber Pate für die Umbauten an der Concordiastraße und Bebelstraße. Hier zeigt sich wieder, dass fehlgeleitete Verkehrsplanungen weder von der Zielgruppe der Radfahrer angenommen werden, noch irgendeinen Nutzen bringen. Die Folge ist Stau, der im Stillstand unnötige Emissionen bedeutet und nebenbei wirtschaftlichen Schaden anrichtet.

3. Soziales Miteinander & Teilhabe

Als Oberbürgermeisterkandidat der Freien Demokraten stehe ich für ein Miteinander, das Freiheit, Selbstbestimmung und Respekt verbindet. Zusammenhalt entsteht, wenn wir Chancen eröffnen, statt Abhängigkeiten zu verwalten – mit guter Bildung und fairen Spielregeln.

Chancengleichheit beginnt in der Kita und setzt sich in modernen Schulen fort. Deshalb will ich Sprachförderung ausbauen, Schulsozialarbeit stärken und das Jugendparlament als Stimme junger Menschen weiter aufwerten – perspektivisch ergänzt um eine Hochschule in Oberhausen.

Integration gelingt, wenn klare Regeln, frühe Sprache und schneller Zugang zum Arbeitsmarkt zusammenkommen. Dazu stärken wir Integrationsrat, Quartiersangebote und aufsuchende Sozialarbeit. Fördern und Fordern gehören zusammen.

Kultur ist Brückenbauerin: Sie stiftet Identität und schafft Begegnung. Ich setze auf kulturelle Bildung für alle und starke Häuser wie Theater Oberhausen, Ludwiggalerie und den Gasometer – ergänzt durch eine freie kulturelle Szene.

Gute Politik macht man mit den Menschen. Ich will die Leitlinien der Bürgerbeteiligung konsequent nutzen, von digitalen Beteiligungsformaten bis zu starken Gremien wie Integrationsrat und Jugendparlament, damit Entscheidungen transparent entstehen und Teilhabe möglich wird. Dies gilt im Besonderen natürlich auch für Menschen mit Beeinträchtigung.

Mein Ziel ist eine Stadt, die Vielfalt schützt, Leistung belohnt und jedem die Chance gibt, seinen Weg zu gehen.

Zuletzt: Was motiviert Sie persönlich, Oberbürgermeister dieser Stadt werden zu wollen?

Oberhausen ist eine wunderbare Stadt, die massiv unter ihren Möglichkeiten bleibt. Junge Menschen wachsen hier auf, ziehen als junge Erwachsene lieber weg. Oberhausen verfügt über keinen Hochschul-Campus, die Innenstädte sind abends teils verwaist und mutieren zu Angsträumen. Die Schulgebäude sind marode, die Klassen viel zu groß, weil Schulraum fehlt. Der größte Arbeitgeber in der Stadt ist die Stadt selbst – das ist kein Qualitätsmerkmal. Wenn man jetzt aber denkt, dass dadurch die Verwaltung bürgerfreundlicher wäre, dann täuscht man sich. Die Strukturen sind alt und viel zu kompliziert, hier ist erheblicher Optimierungsbedarf. Während die Stadt Millionen investiert, um eine im städtischen Besitz befindliche Siedlung für 50 Menschen zu sanieren, ohne dass es jemals ein Return-of-Investment geben wird, müssen für den gigantisch wachsenden Schuldenberg unsere Kinder aufkommen. Kleine Gruppen werden als Sicherungsmaßnahme aber gern zur Kasse gebeten, wie zum Beispiel die Hundehalterinnen und Hundehalter, die stark angehobene Hundesteuer zahlen müssen, die so mancher Rentner sich schwer leisten kann. Das von Parteien beschlossen, die Einsamkeit im Alter eigentlich bekämpfen wollen. Ich finde das ungerecht. Ich kann mir das nicht länger angucken, aber ich möchte nicht nur meckern, sondern einfach machen!

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