Kommunalwahl 2025 - Rolf Ludwig, BSW

Sechs Kandidaten stellen sich der Wahl zum Oberbürgermeister. Hier könnt ihr den Kandidaten des BSW kennenlernen.

Oberbürgermeisterkandidat Rolf Ludwig vor einem grauen Hintergrund
© Rolf Ludwig

1. Stadtentwicklung & Wohnen

Oberhausen braucht eine umfassende finanzielle Erneuerung, wirtschaftsfreundliche Bedingungen, lebenswerte Stadtteilzentren, saubere öffentliche Räume und eine Stärkung kooperativer Strukturen in Wirtschaft und Wohnungsbau.

Angesichts von 2 Milliarden Schulden benötigt Oberhausen kreative und unkonventionelle Lösungsansätze. Mein Ziel ist ein konsequentes Entschuldungsprogramm durch eine faire Finanzausstattung vom Land NRW sowie die kritische Überprüfung aller Ausgaben, um Entscheidungsspielräume zurückzugewinnen. Kommunale Gesellschaften sollen ohne Zuschüsse der Stadt auskommen.

Oberhausen soll ein Ort werden, an dem Unternehmen nicht an Formularbergen verzweifeln, sondern auf offene Türen stoßen. Eine Stadt, die Unternehmer willkommen heißt, ihnen Bürokratie abnimmt und die Gewerbesteuer senkt – weil wirtschaftlicher Aufbruch die Basis für sozialen Fortschritt ist. Oberhausen war schon immer Malocherstadt – Handwerk und Handel, Leistung und Qualität bleiben unsere Markenzeichen.

Oberhausen soll sich auf eine dezentrale Stadtstruktur stützen und starke Stadtteilzentren entwickeln, statt auf teure Leuchtturmprojekte zu setzen. Ich werde in den Stadtteilzentren medizinische und soziale Versorgungszentren einrichten, so werden sie zu lebendigen Knotenpunkten: Orte der Begegnung, an denen Kinder in der Kita lachen, Senioren plaudern und Jugendliche ihre Ideen entfalten. Dort entstehen und überleben Bioläden, Spätis und Friseursalons – getragen vom Leben der Nachbarschaft.

Saubere Straßen, gepflegte Parks, geordnete Plätze – Bürger, Vereine und Verwaltung arbeiten zusammen, um das Stadtbild zu verwandeln: Von trostlos zu einladend, von vernachlässigt zu wertgeschätzt.

Kooperation statt Renditejagd: Wir dürfen die öffentliche Daseinsfürsorge nicht den Konzernen und Kapitalgesellschaften überlassen und unsere Innenstädte nicht allein den Franchise-Ketten. Stattdessen wird die Stadt lokale Genossenschaften, Vereine und Initiativen unterstützen und ggf. selbst neue gründen. Gemeinschaften, die wachsen, weil Eigentum geteilt und Verantwortung gemeinsam getragen wird.

Gerade auf dem Wohnungsmarkt hängen Preis und Qualität von den Eigentumsverhältnissen ab. Ich will den Anteil an Wohnraum im Eigentum von Wohnungsgenossenschaften steigern – Wohnungen, die nicht dem Markt, sondern den Menschen gehören.

2. Klima & Mobilität

Lasst unsere Stadt grün werden! Asphalt und Beton heizen sich auf – wir brauchen Bäume, Wasserläufe und bepflanzte Flächen für ein angenehmes Mikroklima. Ich werde Klimaschutz nicht in Deindustrialisierung übersetzen, sondern die Forschung nach Energiespeichern unterstützen. Die Energiepolitik in Deutschland zwingt die Stadt, Vorkehrungen für Brown- und Blackouts zu treffen. Die Deiche an der Ruhr müssen wir stabilisieren und aufstocken, um für mögliche Klimafolgen gewappnet zu sein. Ich wünsche mir energetisch (teil-)autarke Siedlungen, die resiliente, dezentrale Infrastrukturen mit Solarthermie, Nahwärmenetzen und -speichern, Photovoltaik, Kraft-Wärme-Kopplung und natürlichen Baustoffen (z.B. Holzhäuser) alltagstauglich kombinieren.

Der Verkehr muss für alle funktionieren. Wir brauchen ein kooperatives Miteinander, kein ideologisches Gegeneinander. Das Auto bleibt in vielen Fällen notwendig. Auf Hauptstraßen muss der Verkehr besser fließen. Das entlastet Anwohner, spart Abgase und ist wichtig für den Gewerbestandort. Der Verkehr rund um das CentrO soll durch pragmatische Maßnahmen entlastet werden (z.B. bedarfsgesteuerte Ampelschaltung).

Die Stadtteilzentren sollen jeweils durch Fußgängerzonen aufgewertet werden, müssen aber auch per Rad, Auto und Bus erreichbar sein. Stell- und Parkplätze nicht vergessen!

Radwege pflegen, nicht auf die Straße verlegen! Der Radverkehr soll seinen fairen Anteil an den verfügbaren Verkehrsflächen bekommen; auf Duisburger-, Bebel- und Concordiastraße wurde aber über das Ziel hinausgeschossen. Besser wären sichere, sinnvoll geführte Radwege auf Nebenstraßen.

Der öffentliche Nahverkehr ist zu teuer und ineffizient organisiert. Ich möchte Synergien heben durch mehr Zusammenarbeit im Ruhrgebiet statt eigenen Verkehrsbetrieben in jeder Stadt. Mehr kleine Busse für die Außenbezirke verbessern die Abdeckung, erhöhen die Attraktivität. Ausfälle müssen die Ausnahme sein - dann aber auch angezeigt werden.

Bei uns lauert hinter jeder zweiten Kurve eine Baustelle. Das geht auch anders: ein aktives Baustellenmanagement durch eine personell und fachlich handlungsfähige Verwaltung und verbindliche Verträge mit klaren Anreizen: Pönale für Verzögerungen und Boni für überpünktliche Fertigstellung.

3. Soziales Miteinander & Teilhabe

Ein tragfähiger gesellschaftlicher Zusammenhalt – unabhängig von Alter, Herkunft oder sozialem Hintergrund – basiert auf gemeinsamen Grundwerten und dem ehrlichen Ja aller Bürger zur Gemeinschaft. Für mich gehört jeder Einwohner zur Menschheitsfamilie und verdient seine faire Chance. Wer sich aber nicht an Regeln hält und anderen schadet, muss konsequent zur Rechenschaft gezogen werden.

Erfolgreiche Integration setzt zwei Bedingungen voraus: Erstens muss die Gesellschaft, in die integriert wird, attraktiv und selbstbewusst sein. Das sind wir heute oft nicht. Zweitens müssen die Zahlenverhältnisse stimmen – Ghettobildung in Quartieren muss verhindert werden, notfalls durch verbindliche Quoten. Nur dann können echte Begegnung und ein starkes Miteinander wachsen.

Kinder sind unsere Zukunft, deshalb gehören sie auf Platz 1. Aber angefangen bei der Schließung von Geburtsstationen über die finanzielle Belastung der Eltern bis hin zu maroden Schulen fehlt es in Deutschland an jeglicher Kinder- und Familienfreundlichkeit. Oberhausen soll zur kinderfreundlichsten Stadt werden – jede Entscheidung der Stadt muss künftig unter diesem Aspekt geprüft werden.

Bildung und Kultur sind der Schlüssel zu individuellen Chancen und dem Wachstum als Gesellschaft. Unser Bildungssystem ist grundsätzlich dysfunktional. Die Stadt kann nur maximale Freiheit und Vielfalt unterstützen durch die Förderung freier Schulen, Vereine und kultureller Angebote – für alle Altersgruppen.

Ich träume von lebendigen Nachbarschaften statt Großstadt-Anonymität. Gemeinschaft entsteht dort, wo Menschen Aufgaben teilen und Interessen verbinden – daraus erwachsen Engagement, Bürgerbeteiligung und schließlich echte Demokratie.

Zuletzt: Was motiviert Sie persönlich, Oberbürgermeister dieser Stadt werden zu wollen?

Wer sagen möchte „ich bin gegen den Rüstungswahnsinn und meine Kinder kriegt ihr nicht!“, kann dies tun, indem er seine Stimme für Rolf Ludwig und das BSW abgibt. Ich fordere Kitas und Krankenhäuser statt Kanonen und Krieg.

Ich bin Seiteneinsteiger ohne politisches Vorleben – mit einem frischen Blick und gesundem Menschenverstand. Mein Ziel ist ein Neustart für Oberhausen: transparent, ideologiefrei und im Dialog mit allen gesellschaftlichen Akteuren. Klientelpolitik lehne ich ab. Die Coronazeit muss aufgearbeitet werden.

Nach zehn Jahren CDU-Oberbürgermeister und SPD-Kämmerer steht Oberhausen wirtschaftlich am Abgrund – mit 2 Milliarden Euro Schulden. Von beiden Parteien ist keine Besserung zu erwarten. So wie bisher kann es nicht weitergehen. Also müssen wir selbst die Veränderung sein, die wir erleben wollen.

Am Ende meiner Amtszeit soll Oberhausen als mutiger Vorreiter gelten – eine Stadt, die Menschen anzieht, weil sie anders denkt. Dafür brauchen wir echte Meinungsfreiheit, einen offenen Zugang zu vielfältigen Informationsquellen und Schutz des Bargeldes. Ja zu besserem Online-Service, Nein zum Digitalzwang. Die Welt ist mitten im Umbruch, Krypto und KI stellen alles auf den Kopf. Jetzt gilt es, die Chancen zu nutzen und eine neue lebendige Gemeinschaft zu konstruieren, um nicht in einer totalitären Dystopie zu erwachen.

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